Deutsche Islam Konferenz (DIK)
Nach eigener Darstellung ist die Deutsche Islam Konferenz (DIK) ein Dialogforum
zwischen Vertretern des deutschen Staates und Muslimen in Deutschland. Das
langfristige Ziel dieses Forums ist, das Miteinander und den gesellschaftlichen
Zusammenhalt von Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern.
Die DIK wurde 2006 vom ehemaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble
einberufen. 2010 übernahm der Nachfolger, Bundesinnenminister de Maizière den
Vorsitz der Islamkonferenz. Sein Nachfolger wurde Bundesinnenminister Hans-
Peter Friedrich.
Missverständnisse, Provokationen und unsensible Vorgehensweisen begleiteten
immer wieder die Dialogrunden der DIK. Das Hauptziel, die muslimischen
Dachverbände in Deutschland als Religionsgemeinschaft anzuerkennen, wurde
nicht erreicht. Die jüngste Aussage von Hans-Peter Friedrich kurz bevor er als
zuständiger Bundesinnenminister die DIK (2011) eröffnete, dass der Islam kulturell
nicht zu Deutschland gehört, stieß den meisten muslimischen Teilnehmern vor den
Kopf und hemmte die Dialogbereitschaft.
Loay Mudhoon, Islamwissenschaftler und Journalist, äußert sich in seinem Beitrag
am 18.04.2012 zur Deutschen Islamkonferenz wie folgt:
"Fast sieben Jahre nach ihrer Einrichtung gilt die deutsche Islamkonferenz als
beschädigt. Sie verfolgt keine konkreten Ziele mehr, leidet durch das Fehlen von
wichtigen Verbänden und Persönlichkeiten unter erheblichen
Legitimitätsproblemen. Auch ein roter Faden ist nicht erkennbar - von einer
staatspolitischen Vision, wie Schäuble sie 2006 formulierte, ganz zu schweigen.
Will man die Konferenz doch noch retten, muss man sie auf neue Grundlage
stellen. Vor allem muss sie konzeptionell und personell erneuert werden. Denn in
der gegenwärtigen Konstellation verkommt sie zur Farce". (mehr…)
Nicht ganz so pessimistisch beurteilt Rebecca Lüer in einem Beitrag der ARD am
19.04.2012 die Ergebnisse der DIK. Sie meint: "… Zwar sind die großen
gesellschafts- und religionspolitischen Grundsatzfragen zwischen staatlichen
Institutionen und muslimischen Verbänden mittlerweile - Gott sei Dank - erst mal
ausdiskutiert. Doch das schafft Platz für kleinere, aber dafür praktische Schritte.
Das sichtbarstes Zeichen heute: die Unterschrift der Teilnehmer der
Islamkonferenz (DIK) unter eine gemeinsam verfasste Erklärung gegen häusliche
Gewalt und Zwangsheirat. Sie wurde von einer derart großen Gruppe
muslimischer Verbände und Einzelpersonen unterzeichnet, wie es das so, laut
Bundesinnenminister Friedrich, in Deutschland noch nicht gegeben hat. …"
(mehr…)
Migration in Deutschland
“Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr
zu trennen.”
Johann Wolfgang von Goethe - Dichter
Die DIK wurde 2006 vom
ehemaligen
Bundesinnenminister
Wolfgang Schäuble
einberufen. 2010 übernahm
der Nachfolger,
Bundesinnenminister de
Maizière, den Vorsitz der
Islamkonferenz.
Hans-Peter Friedrich führt
seit 2010 den Vorsitz der
Deutschen Islamkonferenz.