Migration in Deutschland “Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein, sie muss zur Anerkennung   führen. Dulden heißt beleidigen.”  Johann Wolfgang von Goethe - Dichter Politische Partizipation   Das Wort Partizipation leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie  Teilhabe. Die Definition Politischer Partizipation im engeren Sinne bedeutet, dass  Bürgerinnen und Bürger eines Staates an der politischen Willensbildung und der  Gestaltung des Gemeinwesens teilhaben. Dazu gehört insbesondere das aktive und  passive Wahlrecht. In den ersten Jahren nach der Anwerbung dachte noch niemand an eine Politische  Partizipation von Gastarbeitern in der Bundesrepublik Deutschland (BRD).  Im Laufe der sechziger und siebziger Jahre zeigte sich immer stärker, dass die  Gastarbeiter und ihre Familien dauerhaft in Deutschland bleiben würden. Die  ehemaligen Gastarbeiter wurden zu ausländischen Mitbürgern. 1979 richtete die Bundesregierung daher die Stelle eines Ausländerbeauftragten ein.  Dieser Beauftragte sollte konzeptionelle Lösungen für die Integration der ehemaligen  Gastarbeiter und ihren Familien entwickeln. Die Politische Partizipation ist ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden  Integration. Es wurde darüber nachgedacht, wie man den Gastarbeitern mehr  politische Mitwirkungsrechte, zumindest auf kommunaler Ebene, einräumen könnte. Dabei wurden besonders zwei Möglichkeiten diskutiert: Einrichtung von Ausländerkommissionen oder  Ausländerbeiräten Einführung eines kommunalen Wahlrechts für alle Ausländer in der BRD. In einer Empfehlung des Integrationsbeauftragten der Landeshauptstadt Stuttgart aus  dem Jahr 2010 wird vorgeschlagen, den Begriff der politischen Partizipation weiter als  bisher zu fassen. Zusätzlich zu den oben genannten Aspekten sollte die politische Partizipation um  folgende Gesichtspunkte erweitert werden: Wahlen und parteipolitisches Engagement; Kommunales Wahlrecht für Drittstaatenangehörige,  d.h. Menschen aus Nicht-EU-Staaten;  Förderung der Einbürgerung; Politische Beteiligungsgremien für zugewanderte Bevölkerungsgruppen; Zivilgesellschaftliches Engagement auch mit Kooperationspartnern aus Politik und Verwaltung; Politische Bildung Politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten hängt eng mit ihrer  Integration zusammen. Um ein selbstverantwortlicher Teil einer Gesellschaft zu  werden, brauchen sie die gleichen Rechten und Pflichten wie alle Bürger. Nur so ist  garantiert, dass sie sich selbst als Gleichwertige empfinden und Verantwortung für  sich und ihre Nächsten, Kommune und Gesellschaft übernehmen. Wenn das nicht  geschieht bedeutet dies Ausschluss aus der Gesellschaft und kann zur Bildung von  Parallelgesellschaften führen. Der Zugang zu gleichen Bildungschancen ist hierfür ein wichtiger Bestandteil. Die Forderung nach Umsetzung von Politischer Partizipation  und Integration steht deshalb heute im Mittelpunkt der deutschen und besonders der  europäischen Migrationsdebatte. Bis heute haben Drittstaatler nicht mal das Kommunale Wahlrecht. Die Politische  Partizipation ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Statt echter politischer Teilhabe  (zumindest auf kommunaler Ebene) wird das Engagement von interessierten  Migranten in bürokratischen Gremien erstickt.  “Gastarbeiter” Der Begriff “Gastarbeiter” sollte den belasteten Ausdruck “Fremdarbeiter” ablösen. Im Faschismus wurden alle ausländischen Arbeiter als Fremdarbeiter bezeichnet.